Nachgefragt

Brutzelt Bio besser?

David Mitterhuber über Mist, Fett und gegrillten Schweinsbauch

Sobald die ersten Sonnenstrahlen kitzeln, kitzelt noch etwas ganz anderes in der Nase: der verführerische Duft von Gegrilltem!
Unsere BioKoteletts kommen von den „robusten Schweinen“ unseres Hoflieferanten Mitterhuber. Dort gibt’s vom Futter bis zur fertigen Wurst alles direkt am Hof – bio, regional und mit gutem Gewissen. Wir wollten von David Mitterhuber, Junior-BioSchweinebauer und Hoflieferant, wissen: Brutzelt Bio besser? Was macht ein Bio-Kotelett besonders? Und was grillt eigentlich ein Schweinezüchter am liebsten?

Bio fängt beim Futter an

  • Unsere Schweine erhalten bei der biologischen Landwirtschaft keine gentechnisch veränderten Futtermittel, sondern ausschließlich Bio-Futter. Das Futter bauen wir auf unseren eigenen Feldern an und wissen daher bis aufs letzte Korn, was unsere Schweine fressen.
  • Gedüngt werden unsere Felder mit organischem Dünger, sprich: dem Mist unserer Schweine. So garantieren wir einen gesunden und sinnvollen Kreislauf am Hof. Unsere Tiere (und unsere Fleischliebhaber) nehmen also keine chemischen Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel mit ihrem Essen auf.
  • Unkraut vernichten wir mechanisch mit speziellen Maschinenaufsätzen – wir reißen Unkraut im großen Stil aus, anstatt das Unkraut und alle anderen Bodenlebewesen chemisch zu töten.
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Die Aufzucht am Hof

  • Unsere Schweine (und damit letztlich du als Esser) erhalten keine synthetischen Aminosäuren zum künstlichen Muskelaufbau. Wachstumsfördernden Stoffe wie Hormone sind ebenfalls verboten. 
  • Unser Schweinefleisch ist somit „natürlich gewachsen“, was sich in Form von intramuskulärem Fett, also einer guten Durchzogenheit des Fleisches, zeigt. Das macht das Fleisch zart und geschmacklich besonders gut. Du wirst es schmecken! 
  • Auch der Einsatz von Medikamenten wie Antibiotika ist in der Bio-Landwirtschaft im Krankheitsfall strengstens limitiert. Antibiotika sind auf unserem Hof glücklicherweise auch gar nicht nötig: In den letzten 15 Jahren hatten wir einen einzigen Krankheitsfall (Anm.: Rotlauf), sonst nichts. Das liegt an unseren „robusten“ Schweinen. 
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Ein Schwein müsste man sein … 

  • Warum sind unsere Schweine so robust? Weil sie neben dem guten Futter vor allem Platz haben. Sie fühlen sich wohl in ihrem strohgebetteten, offenen Stall. Unsere Schweine können unter Dach oder im Freien grunzen, bekommen Sonne wie Regen mit und fühlen sich sichtlich wohl am Hof. 
  • Getrennte Bereiche zum Schlafen, Bewegen, Ausscheiden und Fressen im Stall mit jeweils entsprechendem Freiraum sorgen für eine hohe Lebensqualität unter den Tieren. Wer will denn schon in seinem Klo wohnen – wie es in der konventionellen Landwirtschaft Gang und Gäbe ist? 

Stressfreie Schlachtung am Hof

  • Die Schlachtung selbst hat hohen Einfluss auf die Fleischqualität. Würde sich das Tier fürchten, steht es unter Stress und dabei schüttet es, wie wir Menschen auch, Adrenalin aus. Kann das Schwein dieses Adrenalin vor der Schlachtung nicht abbauen, verliert das Fleisch später viel Wasser. Manche kennen das, wenn in der Pfanne vom Kotelett nichts übrig bleibt … Nur wenn die Schlachtung stressfrei und respektvoll passiert, erhalten wir hochwertiges Fleisch, das wir mit gutem Gewissen essen können. Daher ist die Hofschlachtung meiner Meinung nach die einzig würdevolle und angemessene Schlachtung, wenn es um ein lebenslanges Tierwohl geht. 
  • Die Schlachtung ist für uns Schweinezüchter ein intimer Moment, bei dem wir jedem einzelnen Tier Respekt entgegenbringen. Wir sind uns ganz sicher: Unsere Schweine bekommen von dem Schlachtungsvorgang nichts mit. Dafür haben wir einen speziellen Ablauf: Weil die Tiere dem Licht folgen, drehen wir das Licht im Stall ab und im Schlachtvorbereitungsraum auf. So folgen alle Tiere gemeinsam dem Licht – kein Tier wird herausgepickt oder von den anderen getrennt. Die Betäubung erfolgt durch den gewohnten Bauern geräuschlos mittels Elektrobetäubung. Die anderen Tiere bekommen davon nichts mit oder denken, das Schwein schläft. Dann schalten wir die Lichter wieder um und die Schweineherde geht zurück in den Stall. 
  • Das Biofleisch ist nachweislich gesünder: Es enthält 50 % mehr ungesättigte Omega-3-Fettsäuren als konventionell hergestelltes Fleisch. Diese Omega-3-Fettsäuren sind besonders wichtig, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern und das Immunsystem zu stärken.

Die Sache mit dem Preis

Ja, ein Kotelett kostet bei uns Hoflieferanten mehr als in der Fleischabteilung im Diskonter. Dahinter stecken viel Handarbeit bei der Aufzucht, der Futterherstellung und der täglichen Stallroutine. Und dahinter steckt ein würdevolles Tierleben – unsere Schweine fressen ca. ¾ bis 1 Jahr, bis sie schwer genug für die Schlachtung sind. Welches Schwein wieviel frisst, entscheidet es selbst. 
Bei konventionellen Betrieben werden die Schweine auf engstem Raum (gefordert sind 0,75m² für 1 Sau) gemästet, bis sie nach etwas mehr als 100 Tagen im LKW zum Schlachthof gekarrt werden. Wenn man Schweinemast googlt, wird einem spätestens beim dritten Treffer schlecht. Nur so viel sei gesagt: So wie die Industrie Fleisch herstellt, ist es grausam und gehört verboten.

Wir wissen, dass wir unsere Schweine gut versorgen, dass sie sich ihr Leben lang wohlfühlen und dass wir Sie mit Respekt vorm Fleisch genießen dürfen.

Werft also den Griller an: Besseres Fleisch mit intensiverem Geschmack, ein glückliches Schweineleben und das gute Gewissen, etwas Gesundes zu essen sind g'schmackige Gründe fürs BioKotelett am Grillrost!

PS: Mein persönlicher Grilltipp: BioSchweinsbauch mit BBQ-Gewürz – darauf hab ich bei jedem Grillabend Appetit! Schlaue Gewürztipps gibt's hier zum Nachmachen! 


In unseren BioMärkten warten folgende BioSchweinefleisch-Artikel vom BioHof Mitterhuber auf hungrige Esserinnen und Esser:

  • Stelze
  • Schopf
  • Schnitzel
  • Karree
  • Bauch
  • Faschiertes
  • Lungenbraten
  • Schulter

Mariniert und damit grill-fertig warten

  • Karree
  • Schopf
  • Spareribs
  • Bauchfleisch

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